Diagnose: Mangelnde Gestaltung

Nachbetrachtungen zum Workshop Designmanagement an der Bauhaus-Universität Weimar

An der Bauhaus-Universität Weimar gibt es im Wintersemester 2018/19 ein Seminar mit dem wohlklingenden wie vielversprechenden Namen »Ästhetik der heilsamen Orte«. Dabei geht es um nicht weniger als die Frage, wie gutes Design den Heilungsprozess bei Patienten positiv beeinflussen kann.

Alle Kliniken und Krankenhäuser Thüringens habe er angeschrieben und gefragt, ob sie zusammen mit Studenten der Bauhaus-Universität Ideen und Konzepte für eine genesungsfördernde Gestaltung ihrer Häuser entwickeln wollten, führt Gabriel Dörner, Seminarleiter und selbst Student der Visuellen Kommunikation im 9. Semester. Nicht eben wenige haben gern zugesagt, einige sind ganz begeistert von der Idee, und andere haben sich zumindest nicht zur Wehr gesetzt.

Nun stehe man im regen Austausch mit den Einrichtungen und aufgrund der erhobenen Daten würden die Studenten Konzepte für die teilnehmenden Kliniken entwerfen. In diesem Projektstadium kamen wir – unwissend und unabhängig – mit unserem Workshop »Designmanagement«, an dem zum großen Glück aller Beteiligten auch Gabriel Dörner teilnahm. Denn er stellte uns sein Projekt für die Entwicklung eines Wertangebotes für Thüringer Krankenhäuser zur Verfügung. Gemäß der Geschäftprozessmodellierung nach der Methode des Business Model Canvas (BMC) beschäftigten sich die Teilnehmer mit den drei Kernfragen zur Entwicklung einer maßgeschneiderten Lösung für die Einrichtungen:

  1. Welche Aufgaben müssen die Thüringer Krankenhäuser erfüllen?
  2. Welche Probleme müssen sie dabei bewältigen?
  3. Welchen Nutzen möchten sie stiften, welche Verbesserungen bei der Erledigung ihrer Aufgaben vornehmen?

Recht schnell wurde allen klar, dass dies weit mehr ist als eine patienten- oder mitarbeiterorientierte Gestaltung der Einrichtung. Vielmehr geht es darüber hinaus um Personal- und Fachkräftemangel, eine unzureichende Wertschätzung der täglich dort erbrachten Leistungen, unübersichtliche Prozesse für multiple Erkrankten, um nur drei weitere Punkte zu nennen.

Folgerichtig weitete sich bei der Erarbeitung eines geeigneten Wertangebotes die Design(er)zone erheblich aus. Dies war für die Workshopteilnehmer bereits ein Aha-Erlebnis.
Gabriel Dörner jedoch sah in den Ergebnissen unserer Arbeit einen wichtigen zusätzlichen Impuls für die Studenten seines Seminars. Damit wurden die Ergebnisse zu seinen Zwischenergebnissen. Das heißt, er nimmt sie nun mit in sein Seminar, um mit den Seminarteilnehmern daran weiterzuarbeiten.

Wir freuen uns, dass auf diese Weise das Designmanagement mit seinen mannigfaltigen Möglichkeiten, Design im Sinne seiner Nutzer zielgerichtet wirksam werden zu lassen, Teil eines studentischen Projektes wird.
Im Februar findet zum Projekt»Ästhetik der heilsamen Orte«  eine Podiumsdiskussion statt, die wir vorsorglich im Kalender notiert haben, wollen wir doch gern sehen, zu welchen Ergebnissen unsere Zwischenergebnisse führen.

Weitere Informationen zum Projekt auf Instagram-Kanal und der Bauhaus-Universität Weimar